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11. Tag, 21.09.2012

Ooooh Göttin, ich bin so ein böses Mädchen und hab das Tagebuch frevelhaft vernachlässigt! Wie schrecklich, absolut dramatisch!!! Ich hoffe, euch ist noch nicht langweilig oder ihr denkt, ich wäre irgendwo verloren gegangen^^ Mir geht es nämlich recht gut. Allerdings denke ich, dass ich von vorn anfangen sollte, oder?

18.09.

An dem Tag war nicht wirklich viel los. Eigentlich nur der allgemeine Ablauf, nichts besonderes. Ich durfte Pastorella wieder reiten und longieren, aber sonst war nichts weiter los. Alltag eben, inzwischen^^ Ich habe erfahren, dass der kleine Hengst, auf den ich so scharf bin, Ella gehört und somit wohl auch nicht zum Verlauf stehen wird. Ist auch vielleicht ganz gut so… (Heute habe ich noch erfahren, dass er „Rosettie“ heißen soll…furchtbar!)

19.09.

Wie einige vielleicht inzwischen wissen, war ich an dem Tag in Exeter. Ein herrlich fauler Tag! Nach einem zeitigen Frühstück zur regulären Zeit wollte ich halb 10 mit dem Bus von Gittisham fahren. Das würde so ungefähr eine Stunde dauern, also habe ich mir ein Buch eingepackt. Während ich den Weg von der Farm zur Haltestelle laufe, in meinem hübschen, neuen, petrol/hellgrünen Kleid angetan, der ungefähr 20-30 Minuten lang ist, hält neben mir ein chic aussehendes Auto (das nur vom Hotel kommen konnte, weil es auf der Farm nicht so nigelnagelneue, saubere Autos gibt^^) und der darinnen sitzende Mann fragt mich, ob er mich nicht bis zum Dorf mitnehmen soll. Da Mörder und Vergewaltiger selten in ordentlicher Nadelstreifenhose, Hemd, Weste und Krawatte daherkommen dachte ich mir, kann ich das kurze Stück ruhig auf mich nehmen. Ich hätte ja noch genug zu laufen^^ Wie die Engländer so sind, fragt er mich natürlich, wo ich hin will, ich sag es ihm und er so „Hey, ich fahre auch nach Exeter! Soll ich dich mitnehmen?“ Was sollte ich da noch sagen? Er meinte, er bräuchte nur 20 Minuten, da kann ich schlecht ablehnen, zumal es kostenlos war. Da ging der Tag doch schon spitze los^^ Er erzählte mir, dass er als Assistent für einen Richter des Royal Crown Court arbeitet und mich direkt bis dorthin mitnimmt und mir von dort aus den Weg weist, es wäre wohl nicht weit ins Stadtzentrum. Auch wenn ich nichts vom Crown Court gesehen habe außer dem Parkplatz, war es trotzdem aufregend, dort durch die Eisentore zu fahren. Wir haben uns neben seiner Arbeit noch über mein Studium, Sprachen und Dialekte unterhalten – sein Chef spricht wohl Walisisch und ist in dem Komitee für dessen erhalt – und natürlich über das Wetter in England und Deutschland. Hier kommt eine weitere meiner Vermutungen über die Engländer: Sie sind mal so schrecklich höflich! Allerdings ist mir das auch bei meinen Kanadiern und der Australierin aufgefallen, ständig wird man gefragt, wie es einem geht, ob alles in Ordnung ist, wie die Dusche/der Ausritt/ der Trip in die Stadt war oder oder oder. Und das morgens beim ersten Treffen, tagsüber zwischendurch und wenn man jemanden trifft sowieso. Für mich ziemlich seltsam, weil ich nie weiß, ob die betreffende Person das tatsächlich ernst meint und es sie wirklich interessiert... Trotzdem bemühe ich mich so gut es geht, dieser Art und Weise nachzukommen und mich dem anzupassen. Ich will ja keinen beleidigen^^

Nachdem mir der schnieke Mann den Weg ins Stadtzentrum gezeigt hat – den ich tatsächlich fand – war ich auf mich allein gestellt – ohne Gesellschaft, ohne Stadtplan. Zuerst bin ich also zur Kathedrale gegangen und war begeistert, wie wunderschön Exeters Innenstadt ist. Zu meinem Glück für den gesamten Tag befinden sich auch überall Stadtpläne und Wegweiser. So saß ich dann auf der kleinen Mauer vor dem Rasen der Kathedrale und habe den Sonnenschein genossen, der sich für den Rest des Tages mit den dicken Wolken abgewechselt hat. Nach einer Runde am Rande des Platzes entlang wollte ich unbedingt einen Blick reinwerfen und hab mich, ehrfürchtig wie ich sein kann, durch die Türen geschlichen – und bin entrüstet stehen geblieben. Da wollen die doch tatsächlich Eintritt für eine Kirche. Das ist doch kein Museum. Jedenfalls hielt ich mich einfach im Eingangsbereich auf, habe mir ein paar der Glasfenster angeguckt und beim Rausgehen auf die anderen Seite einen Blick auf die Orgel und den Innenraum geworfen und ich muss sagen, dass mir das auch gereicht hat. Sie ist schön, ja, aber es bleibt eine Kirche und ich sehe es nicht ein, für ein Gebetshaus Eintritt zu zahlen. Ich frage mich nur, was die ganzen Gläubigen machen, wenn sie während des Tages mal beten wollen. Aber so viele Kirchen, wie es sonst noch gibt, wird die Kathedrale außer zu den Gottesdiensten vielleicht gar nicht mehr benutzt. Man kann immerhin in eine miniwinzige Kapelle am Rand gehen… Nach diesem erhebenden Erlebnis begab ich mich auf die Suche nach Postkarten, schließlich hatte ich 12 Haushalte auf meiner Liste, an die ich eine schreiben wollte oder sollte. Auf meiner Jagd bin ich an dem fantastischsten Süßigkeitenladen vorbeigekommen („Mr. Simms Olde Sweet Shope&ldquo, das ich je gesehen habe. Alles innen war aus dunklem Holz, es gab nur einen Raum mit einer Säule in der Mitte um den sich auch ein paar Süßigkeiten stapelten und an den Wänden Regale bis unter die Decke, die voll waren mit abgepackten Tütchen oder hinter der Theke mit riesigen Gläsern mit Bonbons, Drops, Toffee und ähnlichem. Ich glaube, dass ich dort allein eine viertel Stunde drin gestanden habe, nur die Etiketten gelesen habe und total fasziniert war. Wenn ich daran denke, bin ich immernoch hin und weg. Danach fand ich endlich den Weg in eine größere Mall mit mehreren Geschäften, in dem ich meine Postkarten und sogar Briefmarken auftreiben konnte. Ich hoffe, dass diejenigen mit den Backrezepten die aufheben und wir sie tatsächlich probieren und ich sie mir nochmal abschreiben kann^^ Die Frage war dann, wohin als nächstes mit den Dingern und vor allem, wo schreiben? So ohne Tisch, schwierig. Also zurück zur Kathedrale und dort in das Café/Restaurant Cotê gesetzt, einen Kakao bestellt und angefangen zu schreiben. Am Tisch neben mir saßen zwei ältere, typisch englische Damen und haben sich bei ihrem Kaffee über Gott und die Welt ausgetauscht. Es war sehr schön, ihnen nebenbei zuzuhören, meine Karten zu schreiben, in der Sonne zu sitzen und ab und zu Leute zu beobachten, von denen sich immer mehr auf dem Platz und vor allem auf dem Rasen vor der Kirche tummelten. Offenbar stört es dort keinen, wenn man den Rasen betritt. Insgesamt saß ich dort in etwa zwei Stunden lang, habe mir ein herrliches Mittagessen gegönnt (Grilled Goats Cheese Salad *-*) und war am Ende glücklicher Eigentümer von 12 geschriebenen Postkarten. Wie ich erfahren habe, sind heute die ersten angekommen. Das freut mich^^ Nachdem ich meinen Platz an der Sonne einem Paar mit einer Dame im Rollstuhl überlassen hatte, fragte ich den Kellner noch, wo ich denn ein post office finden würde und wurde auch sogleich in die richtige Richtung gewiesen. Ich warf meine Karten sodann in den Briefkasten und begab mich danach zur Touristeninformation, um rauszukriegen, was ich denn sonst noch anstellen könnte. Ich habe zwar keine Infos über Exeter bekommen, dafür einige über Honiton und Devon allgemein. Nach ein bisschen rumirren draußen, bei dem ich ein wunderschönes Mosaik gefunden habe, bin ich nochmal zur Information um rauszubekommen, wo ich denn eine Apotheke finden kann. Nachdem ich es auch geschafft hatte, klar zu machen, was ich suchte (Wortvielfalt ist keine Hilfe, wenn man das richtige nicht weiß und schon gar nicht, was die angebotenen Wörter für einen Unterschied in der Bedeutung haben), bin ich losgetigert, um erstmal Geld am post office zu holen und um am Ende doch in den Naturheilladen zu gehen, den ich unterwegs gesehen hatte, weil ich die beschriebene Apotheke nicht fand. Die Dame hat mich auch sehr kompetent beraten, nachdem ich panisch zurückgerannt bin, weil ich meine Tüte mit Süßigkeiten und dem zuvor im Charity Shop gekauften Buch und all meinen Broschüren am Geldautomaten stehen gelassen hatte und mit leeren Händen zurückkam. Die Heilerin hat allerdings beim für den Block zuständigen Sicherheitsdienst angerufen, weil das Areal wohl gut überwacht würde und hat rausbekommen, dass meine Tasche dort ist. Welch ein Glück. Ich hätte den Süßigkeitenladen nicht mehr wiedergefunden, nachdem ich ja nach meinem ersten Besuch bei der Touristeninformation auch noch an der bus station war, um für meine Rückfahrt zu wissen, wo sie ist. Nachdem ich Ingwerpulver und Zimtstangen für einen Tee zur Beruhigung meines seit einigen Tagen rumorenden Magens gekauft hatte, hab ich mich auf die Suche nach dem Center Management oder was auch immer das war, gemacht. Ich glaube, dass ich den betreffenden Gebäudeblock mindestens fünfmal umrundet habe, nachdem ich in einem nahegelegenen Geschäft nochmal nachgefragt wurde und dann von einem Sicherheitsbeamten, der gerade von der Pause kam, durch das Gebäude geschleift wurde, um endlich meine Tüte wieder in empfang zu nehmen. Nachdem ich das auch geschafft hatte, bin ich einfach ein bisschen durch die Straßen der Innenstadt gewandert um im Anschluss den Schildern zum Flussufer zu folgen. Auch auf diesem Weg habe ich, glaube ich, einige Haken geschlagen, konnte im Austausch dafür aber ein paar schöne Fotos von der Stadt machen. Endlich am Kai angekommen ließ ich mich zufrieden auf eine Bank sinken, um nach dem anstrengenden Rumlaufen meine mitgebrachte Nektarine zu verzehren und nur den herrlichen Sonnenschein, die Luft und das Wasser zu genießen. Frisch gestärkt wanderte ich an der Uferpromenade entlang und schaute mir die hübschen Geschäfte an, die sich im Erdgeschoss der ehemaligen Verladehäuser befinden. Dort kann man herrliche Handwerkskunst kaufen, von Glas und Metall bis Holz und Keramik. Und Ramsch natürlich^^ Ein paar Dinge mussten als Andenken mit und nach einer weiteren Runde am Wasser entlang hab ich mich auf den Rückweg zum Bus gemacht. Wenn ich dort wohnen würde, wöllte ich definitiv eine der Wohnungen am Fluss kaufen oder versuchen, jeden Tag dort zu verbringen. Es war einfach herrlich. An der main station der Busse in Exter hat sich für mich das stereotype Bild des Engländers bestätigt, der sich gerne überall anstellt. Wo sich Deutsche zu einem Haufen am Schild zusammenrotten würden und dann schiebend und schubsend versuchen würden, als erste durch die Tür zu kommen, haben sich die Exeter brav angestellt und sind einer nach dem anderen in der Reihenfolge, in der sie ankamen, durch die Tür des Busses marschiert. Äußerst amüsiert habe ich mich auf dem Rückweg die halbe Strecke meinem Buch gewidmet, bevor ich zu aufgeregt war, weiterzulesen, aus Angst, es zu verpassen zu drücken, da es keine Anzeige gab, was die nächste Haltestelle sein würde. Da viel mir wieder auf, wie unglaublich eng und kurvig hier die Landstraßen sind. Der Bus hat genau durch gepasst und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was passiert, wenn plötzlich ein Auto hinter der nächsten Kurve auftaucht. Nichtsdestotrotz bin ich heil angekommen, auch wenn ich zwischendurch glaube ich fünf kleine Tode gestorben bin, aus Angst, meinen Ausstieg zu verpassen. Abends sind wir Mädels (bis auf Fredie) und David, der zwei Tage zuvor angekommen war und nur bis gestern geblieben ist, weil er auf der Durchreise nach Italien war und vor zwei Jahren schonmal hier Woofer war, dann noch spontan in den Pub gegangen. Auf dem Rückweg durch das Dunkel entlang der Koppeln haben wir spontan halt gemacht, uns auf den Wegrand gesetzt, in den Himmel geguckt und uns herrlich unterhalten und uns später eng zusammengekuschelt, weil es kalt war – und nein, wir waren nicht betrunken^^ Als es immer kälter wurde und schon halb 2 war haben wir uns endlich nach Hause begeben und ich bin todmüde ins Bett gefallen. Was für ein Tag!

20.09.2012

Gestern war wieder weniger ereignisreich. David hat uns am Morgen verlassen und der Tag verlief an sich nochmal – bis auf das Treiben der Kühe am Nachmittag. Zuerst mussten sie hoch in den Stall, um dort vom Tierarzt untersucht zu werden. Nachdem wir ständig hin und her geschickt wurden, sollte ich zunächst dableiben, um zu helfen, nur damit dann doch beschlossen wurde, dass ich wieder runtergehen kann, weil sie mich doch nicht brauchen. Ich weiß inzwischen nicht mehr genau, warum eigentlich, aber insgesamt sind wir an dem Nachmittag noch zweimal diesen bekloppten Berg raufgelaufen, nur um wieder runter geschickt zu werden… Hier ist es irgendwie öfter so, dass man sinnlos von A nach B geschickt wird… Gestern Abend war ich dann ziemlich fertig und bin auch nur noch ins Bett gefallen…

21.09.2012, heute

Heute war wieder ein recht ereignisloser Tag. Ich habe mit Lulu einen Ausritt ins Dorf unternommen und es war so wenig zu tun, da auch Sacha sich Nichts neues einfallen lassen konnte, weil sie frei hatte. Eigentlich war es geplant, dass der Tierarzt kommt, damit alle Fohlen mal registriert werden und wir hätten alle runterbringen müssen, aber das wurde wohl doch irgendwie abgesagt. Nach dem Mittag waren wir dann schon soweit ran, dass ich sogar fast die Ställe komplett gemistet hatte. Da war ich einfach mal so frech, mir den Nachmittag frei zu nehmen und habe mich von Michael nach Honiton fahren lassen, Auch wenn ich nicht so lange bleiben konnte, wie ich eigentlich wollte, weil wir noch zu Tesco mussten und er etwas erledigen wollte, konnte ich mir immerhin neue Wollsocken kaufen – ich habe schon zwei Paar Socken durchgelaufen inzwischen und brauchte dringend etwas warmes an den Füßen, weil es hier so kalt ist. Dann hatte ich noch Zeit für ein unglaublich leckeres Eis, dass ich nur weiterempfehlen kann und dann ging es auch schon zu Tescos. Doch nicht ganz so der freie Nachmittag, wie ich ihn erhofft hatte. Aber immerhin konnte ich ein bisschen Schokolade kaufen, die mir langsam ausgeht und konnte mich mit zwei Packungen self raising flour eindecken, dass ich unbedingt haben wollte, weil ich es in Deutschland bisher noch nicht gefunden habe. Wieder zurück kam der Schmied, wobei ich allerdings nichts helfen konnte und ich somit anfing, bis dreiviertel 8, als er endlich fertig war und es supper gab, mein Tagebuch zu schreiben. Jetzt habe ich das auch endlich geschafft und werde mich mit schmerzenden Schultern ins Bett begeben.

Fazit: Ich will unbedingt nochmal nach Honiton, um mir die Geschäfte anzugucken. Vor allem die beiden kleinen Buchläden locken mich sowie der Charity Shop. Ansonsten verbinde ich das vielleicht gleich mit einem Besuch nach Sydmouth, das von dort recht gut zu erreichen ist. Ob ich vielleicht doch eher aufhöre zu arbeiten und noch ein paar Tage in einem Hostel oder ähnlichem unterkomme, um mir noch was anzugucken, weiß ich allerdings noch nicht. Ich kann mich nicht entscheiden. Aber woran mich Michael heute erinnerte: Ich habe schon die Hälfte meiner Zeit hier hinter mir! Jetzt, wo die Zeit endlich wieder anfängt, halbwegs normal zu vergehen.

21.9.12 23:22
 
Letzte Einträge: 12.09.2012, 13.09.2012, 6. Tag, 17.09.2012, 17. Tag, 27.09.2012


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