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17. Tag, 27.09.2012

Tja, so ist das, wenn man abends kein Lust mehr hat, etwas zu schreiben, weil man so fertig ist^^ Mir geht es immernoch gut und inzwischen vergehen die Tage wie im Flug, sodass ich nicht mehr mit Schrieben hinterher komme. Ich werde nicht jeden Tag einzeln auflisten – zumal die Tage in meiner Erinnerung ineinanderfließen, da der 22. ja schon ein bisschen her ist^^ - sondern nur die Highlights schildern.

Also, das, was am weitesten zurückliegt, ist, dass uns Lulu und Fredie Sonntagnacht verlassen haben. Offenbar gab es einen Streit mich Michael. Wir hatten tagsüber die Fenster im Erdgeschoss innen mit Sandpapier abgeraspelt und sauber gemacht, weil sie neu gestrichen werden sollten. Als Michael sein Zimmer im Obergeschoss gemacht hat, konnte man einen Blick reinwerfen und sehen, dass es total chaotisch und unaufgeräumt war. Fredie hat das in ihr Tagebuch geschrieben. Nun ist das kein richtiges Tagebuch, wie man es sich vorstellt, sondern einfach ein in Leder gebundenes Buch mit weißen Seite. So wie ich das mitbekommen habe (ich war in meinem Zimmer am Laptop und hab Musik gehört), hat sie es auf dem Küchentisch aufgeschlagen liegen lassen, Mike ist vorbeigelaufen und hat einen Blick rein geworfen, gelesen, was sie über Michaels Zimmer geschrieben hat, es Michael erzählt und der ist total ausgerastet. Ist manchmal ein bisschen cholerisch, der Gute. Naja, danach haben die Mädels ihre Koffer gepackt und sich von Carrie nach Honiton fahren lassen, von wo aus sie den Zug nach Exeter genommen haben und nie wieder gesehen wurden. Also sind Sanne und ich jetzt alleine auf der Farm – mal abgesehen von Sache und Lucy, die ich seit dieser Woche kenne, aber wohl öfter hilft. Sie reitet normalerweise Pastorella – bitch ☻ Das war also das.

Montag war an sich ein total entspannter Tag, alles lief seinen Gang und es sah so aus, als würden wir „pünktlich“ fertig werden – wann auch immer das ist, da wir nie zur selben Zeit Schluss haben sondern erst dann, wenn alles fertig ist^^ Also, alles lief glatt – bis wir die Stuten und Fohlen nach unten in die School bringen wollten. Es sollte wieder regnen in der Nacht und da sollten sie rein. Nichts ahnend laufe ich also mit zwei Stuten an der Hand los, Sanne folgt weiter hinten und hält alle beieinander. Bis auf einmal keiner mehr folgt und sie kommt, um zu sagen, dass Flin (eins der Fohlen) auf dem Gras liegt, sich rollt und nicht mehr hochkommt, also wahrscheinlich ‘ne Kolik hat (schlimme Gedärmeverdrehung, um es grob zu fassen ). Das kann bei Fohlen ganz schnell tödlich enden; es ist auch bei erwachsenen Pferden schon gefährlich. Sie istr also beim Fohlen geblieben und ich bin den ganzen Berg runtergeflitzt, um Michael Bescheid zu geben. Der war erstmal nicht vom Telefon wegzubekommen (wie immer) und hat sich dann ewig nicht ausgemehrt und als wir dann oben waren, wusste er auch nicht, was wir machen sollten. Wir haben ihn dann doch noch zum Aufstehen bewegen können und alle nach unten bugsiert. Zu allem Überfluss ist dann auch nur die eine Hälfte der Herde gekommen und ich musste über die ganze Wiese und noch hinter einen kleinen Wall laufen, um den Rest dazuzutreiben. Die wollten sich alle nicht bewegen und es hat ewig gedauert, dann die ganze Herde runter zu bekommen in die school. Weiterhin stand da noch eine der Kühe auf der Koppel mit Schaum vor dem Mund, um die sich aber zum Glück Michael und Chris gekümmert haben, während Sanne und ich auf den Tierarzt für Flin gewartet und ihm geholfen haben. Allerdings mussten wir wegen der doofen Kuh dann noch die Ponys aus ihrem Stall in die main stables umlagern mussten, weil Sheruggi, einer der Hengste, aus seinem Stall raus und in die old stables musste, wo vorher die Ponys drin waren. Das konnten wir allerdings erst machen, nachdem die mit der Kuh fertig waren, weil sich das mitten im Hof abspielte, weil das der einzige absperrbare Raum war. Im endeffekt waren wir dann also um 9 oder so fertig und konnten unser supper essen. Und am nächsten Tag wieder zeitig raus…

Dienstag war recht ereignislos, dafür hatte ich Mittwoch frei und habe was unternommen. Erst bin ich nach Honiton gefahren wie ich es mir vorgenommen hatte und hab mich dort umgeschaut. Ich war in einigen der Wohlfahrtsläden – leider wieder ohne Erfolg auf meiner Suche nach einem karierten Schulrock – und war hinterher um ein paar Bücher reicher. Dass ich dann noch in dem absolut grandiosen Buchladen war hat es nicht besser gemacht. Bücher bis unter die Decke auf zwei Etagen in kuschligen Regalen – wie im Traum. Alles roch nach alten Büchern. Herrlich. Auch dort bin ich viel zu fündig geworden, aber immerhin konnte ich dadurch eine Bitte erfüllen – hoffe ich zumindest. Ich habe mich dann den Rest des Tages konsequent von Buchläden fern gehalten :D Wer soll das denn alles tragen?^^ Gegen Mittag bin ich dann mit dem Bus nach Sidmouth gefahren – ich wollte ja unbedingt ans Meer. Typisch Touri habe ich mich im oberen Stockwerk des Busses ganz vorne an die Scheibe gesetzt – mit dem Ergebnis, dass mir beinahe schlecht geworden ist auf den huggeligen, kurvigen, engen Straßen hier. Die sind so briet, dass ein Auto und ein Fahrrad nebeneinander Platz haben und die rasen dort drüber als wäre es schnurgerade…Nachdem mein Magen das heil überstanden hatte und ich aus dem Bus ausgestiegen war, konnte ich nach nur 5 Metern schon den herrlich salzigen, leicht nassen Geruch des Meeres riechen. Wie ich den liebe! Nachdem ich flux um die Ecke gegangen war konnte ich es schon sehen und stand nach nur 5 Minuten Fußweg auf der Promenade, den wilden Wind im Haar, das graublaue Meer vor Augen und die herrlich salzige Seeluft in der Nase. Irgendwann werde ich wohl ans Meer ziehen müssen… Aber bestimmt nicht nach Sidmouth. An sich ist es eine hübsche Stadt, aber ich nehme an, dass es sich um eine Art Kurort handelt. Nach einem kleinen Spaziergang auf dem Kiesstrand entlang hatte ich mich nämlich vor einem Regenschauer in ein Café geflüchtet – ich wollte sowieso was essen^^ In diesem hübschen kleinen, etwas überteuerten Café (heiße Schokolade £2,45) hab ich mir dann ein Stück warmen Apfelkuchen samt Clotted Creme und Vanilleeis und einen Kakao gegönnt. Wie ich hinterher festgestellt habe war das wohl ein bisschen viel süß für meinen armen Magen^^ Mir ging es nicht schlecht, aber ich hab mich schwer gefühlt, sodass ich schnell aufgebrochen und weitermarschiert bin, allerdings diesmal in die andere Richtung. Außerdem haben mich die ganzen Rentner geängstigt! Von den ca. 12 Leuten in dem Café war ich, vom Personal mal abgesehen, die einzige unter 60. Gruselig…

Der Weg direkt am Meer entlang war wunderbar erfrischend. Ich bin dann zu einem Garten hinaufgestiegen und dort durch die wunderschöne Anlage lustgewandelt, habe mir die Pflanzen angeguckt, den total flauschigen englischen Rasen befühlt und die ruhige Atmosphäre genossen. In all die Bänke sind Plaketten eingelassen, auf denen Widmungen für gestorbene Leute eingraviert waren. Dann bin ich noch den Berg raufgewandert (um die ganzen Kuchenkalorien loszuwerden&hellip um eine bessere Aussicht zu bekommen. Als ich jedoch auf etwa halber Höhe war, stand da plötzlich ein Haus und nur noch die Straße führte weiter und dann auch noch in den Wald hinauf. Darauf hatte ich wirklich keine Lust, also bin ich wieder zurückgestiefelt und habe mich ein bisschen ans Wasser gesetzt. Da kam dann auch wieder ein bisschen die Sonne raus. Ich hatte also die Erde unter mir, die Sonne (Feuer) in meinem Gesicht, Wasser zu meinen Füßen und das Kribbeln jeder ankommenden Welle in meinen Handflächen sowie Gischtspritzer im Gesicht und den Wind in meinen Haaren… Wunderbar. Schade, dass ich schon so bald gehen musste. Ich habe ein paar schöne Steine gesammelt und eine Muschel, die so poliert ist, dass man nur das Perlmutt sehen kann. Hoffentlich bekomme ich sie heil nach Hause. Nach einer weiteren Bustour – diesmal im unteren Teil des Busses – und einem netten Spaziergang entlang der Weiden zurück zum Hof war ich wieder da und trotz des freien Tages ziemlich fertig. Mir taten vielleicht die Beine weh…

Ich bin mir übrigens durchaus bewusst, dass der Blog „Honitongirl“ heißt, obwohl ich die meiste Zeit in Gittisham verbringe. Das liegt einfach daran, dass ich nicht wusste, wie der Ort heißt, als ich den Blog erstellt habe und dachte, dass ich immernoch in Honiton wäre^^

27.9.12 23:44


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11. Tag, 21.09.2012

Ooooh Göttin, ich bin so ein böses Mädchen und hab das Tagebuch frevelhaft vernachlässigt! Wie schrecklich, absolut dramatisch!!! Ich hoffe, euch ist noch nicht langweilig oder ihr denkt, ich wäre irgendwo verloren gegangen^^ Mir geht es nämlich recht gut. Allerdings denke ich, dass ich von vorn anfangen sollte, oder?

18.09.

An dem Tag war nicht wirklich viel los. Eigentlich nur der allgemeine Ablauf, nichts besonderes. Ich durfte Pastorella wieder reiten und longieren, aber sonst war nichts weiter los. Alltag eben, inzwischen^^ Ich habe erfahren, dass der kleine Hengst, auf den ich so scharf bin, Ella gehört und somit wohl auch nicht zum Verlauf stehen wird. Ist auch vielleicht ganz gut so… (Heute habe ich noch erfahren, dass er „Rosettie“ heißen soll…furchtbar!)

19.09.

Wie einige vielleicht inzwischen wissen, war ich an dem Tag in Exeter. Ein herrlich fauler Tag! Nach einem zeitigen Frühstück zur regulären Zeit wollte ich halb 10 mit dem Bus von Gittisham fahren. Das würde so ungefähr eine Stunde dauern, also habe ich mir ein Buch eingepackt. Während ich den Weg von der Farm zur Haltestelle laufe, in meinem hübschen, neuen, petrol/hellgrünen Kleid angetan, der ungefähr 20-30 Minuten lang ist, hält neben mir ein chic aussehendes Auto (das nur vom Hotel kommen konnte, weil es auf der Farm nicht so nigelnagelneue, saubere Autos gibt^^) und der darinnen sitzende Mann fragt mich, ob er mich nicht bis zum Dorf mitnehmen soll. Da Mörder und Vergewaltiger selten in ordentlicher Nadelstreifenhose, Hemd, Weste und Krawatte daherkommen dachte ich mir, kann ich das kurze Stück ruhig auf mich nehmen. Ich hätte ja noch genug zu laufen^^ Wie die Engländer so sind, fragt er mich natürlich, wo ich hin will, ich sag es ihm und er so „Hey, ich fahre auch nach Exeter! Soll ich dich mitnehmen?“ Was sollte ich da noch sagen? Er meinte, er bräuchte nur 20 Minuten, da kann ich schlecht ablehnen, zumal es kostenlos war. Da ging der Tag doch schon spitze los^^ Er erzählte mir, dass er als Assistent für einen Richter des Royal Crown Court arbeitet und mich direkt bis dorthin mitnimmt und mir von dort aus den Weg weist, es wäre wohl nicht weit ins Stadtzentrum. Auch wenn ich nichts vom Crown Court gesehen habe außer dem Parkplatz, war es trotzdem aufregend, dort durch die Eisentore zu fahren. Wir haben uns neben seiner Arbeit noch über mein Studium, Sprachen und Dialekte unterhalten – sein Chef spricht wohl Walisisch und ist in dem Komitee für dessen erhalt – und natürlich über das Wetter in England und Deutschland. Hier kommt eine weitere meiner Vermutungen über die Engländer: Sie sind mal so schrecklich höflich! Allerdings ist mir das auch bei meinen Kanadiern und der Australierin aufgefallen, ständig wird man gefragt, wie es einem geht, ob alles in Ordnung ist, wie die Dusche/der Ausritt/ der Trip in die Stadt war oder oder oder. Und das morgens beim ersten Treffen, tagsüber zwischendurch und wenn man jemanden trifft sowieso. Für mich ziemlich seltsam, weil ich nie weiß, ob die betreffende Person das tatsächlich ernst meint und es sie wirklich interessiert... Trotzdem bemühe ich mich so gut es geht, dieser Art und Weise nachzukommen und mich dem anzupassen. Ich will ja keinen beleidigen^^

Nachdem mir der schnieke Mann den Weg ins Stadtzentrum gezeigt hat – den ich tatsächlich fand – war ich auf mich allein gestellt – ohne Gesellschaft, ohne Stadtplan. Zuerst bin ich also zur Kathedrale gegangen und war begeistert, wie wunderschön Exeters Innenstadt ist. Zu meinem Glück für den gesamten Tag befinden sich auch überall Stadtpläne und Wegweiser. So saß ich dann auf der kleinen Mauer vor dem Rasen der Kathedrale und habe den Sonnenschein genossen, der sich für den Rest des Tages mit den dicken Wolken abgewechselt hat. Nach einer Runde am Rande des Platzes entlang wollte ich unbedingt einen Blick reinwerfen und hab mich, ehrfürchtig wie ich sein kann, durch die Türen geschlichen – und bin entrüstet stehen geblieben. Da wollen die doch tatsächlich Eintritt für eine Kirche. Das ist doch kein Museum. Jedenfalls hielt ich mich einfach im Eingangsbereich auf, habe mir ein paar der Glasfenster angeguckt und beim Rausgehen auf die anderen Seite einen Blick auf die Orgel und den Innenraum geworfen und ich muss sagen, dass mir das auch gereicht hat. Sie ist schön, ja, aber es bleibt eine Kirche und ich sehe es nicht ein, für ein Gebetshaus Eintritt zu zahlen. Ich frage mich nur, was die ganzen Gläubigen machen, wenn sie während des Tages mal beten wollen. Aber so viele Kirchen, wie es sonst noch gibt, wird die Kathedrale außer zu den Gottesdiensten vielleicht gar nicht mehr benutzt. Man kann immerhin in eine miniwinzige Kapelle am Rand gehen… Nach diesem erhebenden Erlebnis begab ich mich auf die Suche nach Postkarten, schließlich hatte ich 12 Haushalte auf meiner Liste, an die ich eine schreiben wollte oder sollte. Auf meiner Jagd bin ich an dem fantastischsten Süßigkeitenladen vorbeigekommen („Mr. Simms Olde Sweet Shope&ldquo, das ich je gesehen habe. Alles innen war aus dunklem Holz, es gab nur einen Raum mit einer Säule in der Mitte um den sich auch ein paar Süßigkeiten stapelten und an den Wänden Regale bis unter die Decke, die voll waren mit abgepackten Tütchen oder hinter der Theke mit riesigen Gläsern mit Bonbons, Drops, Toffee und ähnlichem. Ich glaube, dass ich dort allein eine viertel Stunde drin gestanden habe, nur die Etiketten gelesen habe und total fasziniert war. Wenn ich daran denke, bin ich immernoch hin und weg. Danach fand ich endlich den Weg in eine größere Mall mit mehreren Geschäften, in dem ich meine Postkarten und sogar Briefmarken auftreiben konnte. Ich hoffe, dass diejenigen mit den Backrezepten die aufheben und wir sie tatsächlich probieren und ich sie mir nochmal abschreiben kann^^ Die Frage war dann, wohin als nächstes mit den Dingern und vor allem, wo schreiben? So ohne Tisch, schwierig. Also zurück zur Kathedrale und dort in das Café/Restaurant Cotê gesetzt, einen Kakao bestellt und angefangen zu schreiben. Am Tisch neben mir saßen zwei ältere, typisch englische Damen und haben sich bei ihrem Kaffee über Gott und die Welt ausgetauscht. Es war sehr schön, ihnen nebenbei zuzuhören, meine Karten zu schreiben, in der Sonne zu sitzen und ab und zu Leute zu beobachten, von denen sich immer mehr auf dem Platz und vor allem auf dem Rasen vor der Kirche tummelten. Offenbar stört es dort keinen, wenn man den Rasen betritt. Insgesamt saß ich dort in etwa zwei Stunden lang, habe mir ein herrliches Mittagessen gegönnt (Grilled Goats Cheese Salad *-*) und war am Ende glücklicher Eigentümer von 12 geschriebenen Postkarten. Wie ich erfahren habe, sind heute die ersten angekommen. Das freut mich^^ Nachdem ich meinen Platz an der Sonne einem Paar mit einer Dame im Rollstuhl überlassen hatte, fragte ich den Kellner noch, wo ich denn ein post office finden würde und wurde auch sogleich in die richtige Richtung gewiesen. Ich warf meine Karten sodann in den Briefkasten und begab mich danach zur Touristeninformation, um rauszukriegen, was ich denn sonst noch anstellen könnte. Ich habe zwar keine Infos über Exeter bekommen, dafür einige über Honiton und Devon allgemein. Nach ein bisschen rumirren draußen, bei dem ich ein wunderschönes Mosaik gefunden habe, bin ich nochmal zur Information um rauszubekommen, wo ich denn eine Apotheke finden kann. Nachdem ich es auch geschafft hatte, klar zu machen, was ich suchte (Wortvielfalt ist keine Hilfe, wenn man das richtige nicht weiß und schon gar nicht, was die angebotenen Wörter für einen Unterschied in der Bedeutung haben), bin ich losgetigert, um erstmal Geld am post office zu holen und um am Ende doch in den Naturheilladen zu gehen, den ich unterwegs gesehen hatte, weil ich die beschriebene Apotheke nicht fand. Die Dame hat mich auch sehr kompetent beraten, nachdem ich panisch zurückgerannt bin, weil ich meine Tüte mit Süßigkeiten und dem zuvor im Charity Shop gekauften Buch und all meinen Broschüren am Geldautomaten stehen gelassen hatte und mit leeren Händen zurückkam. Die Heilerin hat allerdings beim für den Block zuständigen Sicherheitsdienst angerufen, weil das Areal wohl gut überwacht würde und hat rausbekommen, dass meine Tasche dort ist. Welch ein Glück. Ich hätte den Süßigkeitenladen nicht mehr wiedergefunden, nachdem ich ja nach meinem ersten Besuch bei der Touristeninformation auch noch an der bus station war, um für meine Rückfahrt zu wissen, wo sie ist. Nachdem ich Ingwerpulver und Zimtstangen für einen Tee zur Beruhigung meines seit einigen Tagen rumorenden Magens gekauft hatte, hab ich mich auf die Suche nach dem Center Management oder was auch immer das war, gemacht. Ich glaube, dass ich den betreffenden Gebäudeblock mindestens fünfmal umrundet habe, nachdem ich in einem nahegelegenen Geschäft nochmal nachgefragt wurde und dann von einem Sicherheitsbeamten, der gerade von der Pause kam, durch das Gebäude geschleift wurde, um endlich meine Tüte wieder in empfang zu nehmen. Nachdem ich das auch geschafft hatte, bin ich einfach ein bisschen durch die Straßen der Innenstadt gewandert um im Anschluss den Schildern zum Flussufer zu folgen. Auch auf diesem Weg habe ich, glaube ich, einige Haken geschlagen, konnte im Austausch dafür aber ein paar schöne Fotos von der Stadt machen. Endlich am Kai angekommen ließ ich mich zufrieden auf eine Bank sinken, um nach dem anstrengenden Rumlaufen meine mitgebrachte Nektarine zu verzehren und nur den herrlichen Sonnenschein, die Luft und das Wasser zu genießen. Frisch gestärkt wanderte ich an der Uferpromenade entlang und schaute mir die hübschen Geschäfte an, die sich im Erdgeschoss der ehemaligen Verladehäuser befinden. Dort kann man herrliche Handwerkskunst kaufen, von Glas und Metall bis Holz und Keramik. Und Ramsch natürlich^^ Ein paar Dinge mussten als Andenken mit und nach einer weiteren Runde am Wasser entlang hab ich mich auf den Rückweg zum Bus gemacht. Wenn ich dort wohnen würde, wöllte ich definitiv eine der Wohnungen am Fluss kaufen oder versuchen, jeden Tag dort zu verbringen. Es war einfach herrlich. An der main station der Busse in Exter hat sich für mich das stereotype Bild des Engländers bestätigt, der sich gerne überall anstellt. Wo sich Deutsche zu einem Haufen am Schild zusammenrotten würden und dann schiebend und schubsend versuchen würden, als erste durch die Tür zu kommen, haben sich die Exeter brav angestellt und sind einer nach dem anderen in der Reihenfolge, in der sie ankamen, durch die Tür des Busses marschiert. Äußerst amüsiert habe ich mich auf dem Rückweg die halbe Strecke meinem Buch gewidmet, bevor ich zu aufgeregt war, weiterzulesen, aus Angst, es zu verpassen zu drücken, da es keine Anzeige gab, was die nächste Haltestelle sein würde. Da viel mir wieder auf, wie unglaublich eng und kurvig hier die Landstraßen sind. Der Bus hat genau durch gepasst und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was passiert, wenn plötzlich ein Auto hinter der nächsten Kurve auftaucht. Nichtsdestotrotz bin ich heil angekommen, auch wenn ich zwischendurch glaube ich fünf kleine Tode gestorben bin, aus Angst, meinen Ausstieg zu verpassen. Abends sind wir Mädels (bis auf Fredie) und David, der zwei Tage zuvor angekommen war und nur bis gestern geblieben ist, weil er auf der Durchreise nach Italien war und vor zwei Jahren schonmal hier Woofer war, dann noch spontan in den Pub gegangen. Auf dem Rückweg durch das Dunkel entlang der Koppeln haben wir spontan halt gemacht, uns auf den Wegrand gesetzt, in den Himmel geguckt und uns herrlich unterhalten und uns später eng zusammengekuschelt, weil es kalt war – und nein, wir waren nicht betrunken^^ Als es immer kälter wurde und schon halb 2 war haben wir uns endlich nach Hause begeben und ich bin todmüde ins Bett gefallen. Was für ein Tag!

20.09.2012

Gestern war wieder weniger ereignisreich. David hat uns am Morgen verlassen und der Tag verlief an sich nochmal – bis auf das Treiben der Kühe am Nachmittag. Zuerst mussten sie hoch in den Stall, um dort vom Tierarzt untersucht zu werden. Nachdem wir ständig hin und her geschickt wurden, sollte ich zunächst dableiben, um zu helfen, nur damit dann doch beschlossen wurde, dass ich wieder runtergehen kann, weil sie mich doch nicht brauchen. Ich weiß inzwischen nicht mehr genau, warum eigentlich, aber insgesamt sind wir an dem Nachmittag noch zweimal diesen bekloppten Berg raufgelaufen, nur um wieder runter geschickt zu werden… Hier ist es irgendwie öfter so, dass man sinnlos von A nach B geschickt wird… Gestern Abend war ich dann ziemlich fertig und bin auch nur noch ins Bett gefallen…

21.09.2012, heute

Heute war wieder ein recht ereignisloser Tag. Ich habe mit Lulu einen Ausritt ins Dorf unternommen und es war so wenig zu tun, da auch Sacha sich Nichts neues einfallen lassen konnte, weil sie frei hatte. Eigentlich war es geplant, dass der Tierarzt kommt, damit alle Fohlen mal registriert werden und wir hätten alle runterbringen müssen, aber das wurde wohl doch irgendwie abgesagt. Nach dem Mittag waren wir dann schon soweit ran, dass ich sogar fast die Ställe komplett gemistet hatte. Da war ich einfach mal so frech, mir den Nachmittag frei zu nehmen und habe mich von Michael nach Honiton fahren lassen, Auch wenn ich nicht so lange bleiben konnte, wie ich eigentlich wollte, weil wir noch zu Tesco mussten und er etwas erledigen wollte, konnte ich mir immerhin neue Wollsocken kaufen – ich habe schon zwei Paar Socken durchgelaufen inzwischen und brauchte dringend etwas warmes an den Füßen, weil es hier so kalt ist. Dann hatte ich noch Zeit für ein unglaublich leckeres Eis, dass ich nur weiterempfehlen kann und dann ging es auch schon zu Tescos. Doch nicht ganz so der freie Nachmittag, wie ich ihn erhofft hatte. Aber immerhin konnte ich ein bisschen Schokolade kaufen, die mir langsam ausgeht und konnte mich mit zwei Packungen self raising flour eindecken, dass ich unbedingt haben wollte, weil ich es in Deutschland bisher noch nicht gefunden habe. Wieder zurück kam der Schmied, wobei ich allerdings nichts helfen konnte und ich somit anfing, bis dreiviertel 8, als er endlich fertig war und es supper gab, mein Tagebuch zu schreiben. Jetzt habe ich das auch endlich geschafft und werde mich mit schmerzenden Schultern ins Bett begeben.

Fazit: Ich will unbedingt nochmal nach Honiton, um mir die Geschäfte anzugucken. Vor allem die beiden kleinen Buchläden locken mich sowie der Charity Shop. Ansonsten verbinde ich das vielleicht gleich mit einem Besuch nach Sydmouth, das von dort recht gut zu erreichen ist. Ob ich vielleicht doch eher aufhöre zu arbeiten und noch ein paar Tage in einem Hostel oder ähnlichem unterkomme, um mir noch was anzugucken, weiß ich allerdings noch nicht. Ich kann mich nicht entscheiden. Aber woran mich Michael heute erinnerte: Ich habe schon die Hälfte meiner Zeit hier hinter mir! Jetzt, wo die Zeit endlich wieder anfängt, halbwegs normal zu vergehen.

21.9.12 23:22


6. Tag, 17.09.2012

22:15

Ich bin sooo müde heute. Ich kann nicht lange schreiben. Immerhin habe ich mir Mittwoch und Donnerstag frei genommen, auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich von hier nach Exeter oder Glastonbury komme, was ich eigentlich will. Lulu und Fredie fahren morgen nach Exeter, vielleicht bin ich dann schlauer.

Ich habe heute erfahren, dass der kleine Hengst leider schon jemandem gehört L Und zwar Ella, der netten Dame, die sich um Michaels Mailkorrespondenz kümmert. Nicht mal jemand, wo ich sagen könnte: Der hat ihn nicht verdient. Sie kümmert sich wirklich gut um ihn und ist sehr besorgt und war heute nach ihm sehen. Was kann ich da noch machen?

Ich durfte Pastorella heute mal longieren, was mir wirklich gut gefallen hat. Sie brauch das auch wirklich, sie hat einen wirklich runden Bauch. Nach dem Ausritt in den Park heute Nachmittag zusammen mit Ruby (einem anderen Pferd) und Sacha war sie immernoch ziemlich hibbelig und da habe ich Sachas Angebot gerne angenommen. Es schien Pastorella wirklich Spaß zu machen, frei im Kreis um mich herum zu trotten – ich war so frech und habe nicht mal ne Longe benutzt^^ Mir tat es genauso gut. Ich finde, dass es der Pferd-Mensch-Beziehung sehr zuträglich ist, wenn man auch auf anderem Weg mit dem Pferd spricht als nur von oben. Ich lerne hier viel über ihre Körpersprache und wie man sich als Mensch dem anpassen sollte, um ihrer Kommunikation gerecht zu werden. Auch wenn es manchmal nicht ausreicht, auf Sprache zu verzichten und nur Körpersprache zu benutzen. Menschen sind einfach keine Wesen (mehr?), die auf mündliche Sprache verzichten können und uns fehlen die Mittel, uns einem fremden (!) Wesen mitzuteilen. Wenn man den „Dialekt“ des Pferdes kennt und woran es gewöhnt ist, ist das wieder etwas anderes.

Ansonsten war der Tag recht ereignislos. Ich war mit Sacha ausreiten nach einem normalen Vormittag, an den ich mich nicht mal mehr distinkt erinnern kann, so eintönig war er^^ Dabei habe ich sie auch ein bisschen besser kennengelernt und wir konnten viel reden, weil Rubys eines Hufeisen verdreht ist und sie deswegen nur Schritt gehen darf. Überhaupt ist sie sehr geduldig mit mir und erklärt mir viel, vom Umgang mit Pferden bis zur Technik beim Ausmisten, um Stroh zu sparen, das gefällt mir. Inzwischen denke ich sogar darüber nach, irgendwann nochmal herzukommen – insofern mich die Sauberkeit nicht abschreckt oder besser gesagt, das nicht Vorhandensein selbiger. Aber alles zu seiner Zeit. Jetzt muss ich erst mal diese Zeit rumkriegen und irgendwie kommt es mir ewig vor. Ich kann nicht glauben, dass ich gerade erst eine Woche hier bin! Es fühlt sich eher an wie ein Monat! Aaaaaahhhhhhh!

17.9.12 23:39


16.09.2012

22:16

Eigentlich ist es schon wieder viel zu spät und ich sollte wohl eher schlafen. Aber was sein muss, muss sein und wenn der Unimist so viel Zeit frisst… Naja. Ein besonderes Erlebnis war heute früh, als ich beim Füttern der Stuten besondere Aufmerksamkeit meines Lieblingsfohlens bekam.

Ich hielt die anderen drei, die immer als erstes fertig sind, fest, damit sie der anderen Stute und meinem süßen kleinen Hengst nicht das Futter wegfressen und als er fertig war, ist er erst ein bisschen rumgewandert und hat mich dann angeschaut. Wir haben uns gestern schon besser kennengelernt und ich hab versucht, zu ihm eine Beziehung aufzubauen, indem ich mich vor ihn hockte und, wenn er mit seiner süßen zarten Nase zu mir kam, ihn angeatmet habe, wie Pferde das tun, um sich kennenzulernen. Der verzwickte Part dabei: Entweder das Pferd schließt dich richtig in sein Herz oder es kann dich nicht mehr ausstehen. Offenbar mag er meinen Mundgeruch, denn heute kam er ein paar Schritte auf mich zu, obwohl ich von drei selbstbewussten Stuten umringt war und er eigentlich sehr schüchtern ist. Ich bin ihm dann ein wenig entgegen gekommen und hab mich von den Mädels gelöst, sodass er wirklich zu mir kam und ein bisschen an mir geschnuppert hat und ich ihn kraulen konnte. Das war so wunderschön. Ich würde ihn am liebsten kaufen und mitnehmen. Oder hier trainieren lassen, denn mir gefallen die Methoden wirklich gut. Wenn nur das verflixte Geld nicht wäre… Obwohl er noch nicht mal ein Jahr alt ist, hatte er schon eine schwere Hufverletzung. Wie man mir erzählte, steckte ein Stock von oben nach unten durch einen seiner hübschen kleinen Hufe und hat ihn gespalten, ohne dass es zuerst jemand mitbekam. Jetzt ist er immernoch ziemlich langsam und geht sehr, sehr vorsichtig und ist recht unsicher. Allerdings konnte ich heute beobachten, wie er ein wenig kecker mit einem anderen Fohlen umging und er auch, als ich ihn aus der Hand fütterte, versuchte, sie und später auch meinen Pullover anzuknabbern, sodass ich ihn zurechtweisen musste. Immerhin eine Verbesserung, die mich sehr glücklich macht. Außerdem erinnert er mich ein bisschen an ein fuchsfarbenes Pferd, mit dem ich auf einer meiner Reisen auf der Suche nach meinem Krafttier reiten durfte.

Später gab Michael uns allen dann noch eine Reitstunde, in deren Anschluss wir eine kleine Runde durch den Park gedreht haben. An sich ist er ein wirklich netter Geselle und erinnert mich ein bisschen an meinen Opa Ebs, der hat genauso viel geredet und wusste auch über fast alles Bescheid^^ Aber manchmal kann er wirklich sehr launisch sein. Wenigstens mient er es nicht persönlich, wie er gestern meinte, nachdem er uns beim Huftrimmen der Jährlinge ganz schön angegangen ist, weil wir zu laut sind. Seine Philosophie ist komplette Stille bei der Arbeit mit Pferden, um mehr auf die Körpersprache zu achten. An sich finde ich den Ansatz wirklich gut, aber ich finde, dass man da Unterscheiden muss, wie alt die Pferde sind und wie trainiert und in welcher Situation man sich befindet. Mit meinem kleinen Fohlen beispielsweise spreche ich auch nicht. Als dann die kleine India, die Tochter von Carrie, die hier mit auf dem Hof leben, ankam und ihn gestreichelt und ihn vollgelabert hat, war ich ganz schön genervt und konnte auch an seiner Körperhaltung sehen, dass er weniger entspannt war als zuvor. Das Gör geht mir sowieso ein bisschen auf die Nerven inzwischen. Die anderen Mädels scheinen sie zu mögen, aber sie macht nur was sie will, ist frech zu ihrer Mutter (nennt ihren Hintern zB fett) und erledigt angefangene Aufgaben nicht gründlich und nicht bis zum Schluss, was keinen zu stören scheint. Außerdem ist sie anhänglich und irgendwie ständig überall. Heute hat sie z.B. das Heu für die Ponys fertig gemacht, das nass sein soll, dann aber den Wasserschlauch nicht zugedreht und ist weggegangen, obwohl ich es ihr extra vorher gesagt habe, dass sie daran denken soll. Dann hat sie sinnlos Wasser verschwendet, um eine Schubkarre sauber zu waschen und „midgets“ (kleine Fliegen) aus der Luft zu verscheuchen. Sehr sinnvoll. Naja, was kann ich machen? Ist ja nicht mein Kind.

Heute Nachmittag waren wir dann noch ein bisschen mit Michael im Wald unterwegs. Eigentlich wollten wir ein Fort samt Siedlung auf der anderen Seite des Tals besuchen, aber irgendwie sind wir nicht ganz angekommen und dann einfach so ein bisschen durch den Wald gegangen, auf den „Berg“ rauf (was die Engländer nicht so alles Berg nennen, es war nicht mal so hoch wie aus dem Elbtal nach Loschwitz oder so^^) und danach durch ein Örtchen gefahren, dessen Namen ich nicht kenne, da die Namensschilder oftmals ziemlich versteckt sind. Ich hatte sehr viel Spaß mit Schildern am Straßenrand mit der Aufschrift „CATS EYES REMOVED“ :D Dadurch haben wir unsere restlichen Aufgaben verspätet geschafft und waren erst nach dem Essen so gegen 7 bei den Stuten draußen. Dafür durfte ich mich heute mal um das Futter der Hengste kümmern und habe mir von Sanne zeigen lassen, wie das Stutenfutter zubereitet wird. Da India (die übrigens so ungefähr 7/8 Jahre alt sein wird) allerdings zwischdrin rumsprang und UNBEDINGT helfen musste bin ich mir nicht sicher, wie viel ich mir davon gemerkt habe. Aber: Practice makes perfect. Ob ich Lulu mag weiß ich auch nicht so genau, manchmal ist sie echt in Ordnung und dann ist sie wieder total überheblich und einfach nur ‘ne elende Schnäpfe. Fredie ist zwar eigen, was das Essen angeht, da sie nur Essen zu sich nimmt, das nicht behandelt wurde (also auch keine Milch oder gekochtes und schon gar kein Fleisch), aber sonst wirklich nett ist und auch gemeint hat, dass sie mich gerne korrigiert, wenn ich was falsches sage, sei es Grammatik oder auch nur Phonetik. Lulu wirkt da immer eher genervt, wenn ich verschiedene Aussprachvarianten ausprobiere oder frage, wie man bestimmte Dinge nennt oder ob es für ein Ding mehrere Wörter gibt. Ich will einfach zu viel wissen von einem Normalsterblichen, glaube ich^^ Und dann nenne ich noch ständig Wörter aus dem Deutschen, schrecklich XD Auch wenn Sanne und Fredie heute sehr amüsiert bei „Wimperntusche“ waren und „Huch“ und „Pst/Pscht“ ziemliche Heiterkeit und Kontroversen ob der Bedeutung ausgelöst haben^^ Und meine Übersetzung von „Büstenhalter“ als „breast holder“ vorgestern hat auch einige Lacher geerntet. Sanne (die Australierin, deren Namen in etwa wie die deutsche Sonne gesprochen wird, deswegen meine vorhergehende Schreibweise „Sona&ldquo war anfangs ziemlich reserviert und ist es auch jetzt manchmal noch, jedoch scheint sie ein bisschen aufzutauen und hilft mir auch am meisten. Immerhin war sie schon zweimal hier. Das ist auch was, was ich an Lulu nicht mag. Sie tut so, als wüsste sie, wie hier alles läuft, obwohl sie nur ne Woche länger da ist und ich seh ja, wie viel man da weiß. Und dann gibt sie mir Tipps und wirkt angepisst, wenn ich es anders machen will, weil Sacha oder Sanne es mir anders gezeigt haben. Dabei bin ich gestern echt reingefallen, als ich auf sie gehört habe. Ich hatte nochmal nachgefragt, wie viel Heu die Hengste morgens bekommen und hab es mir von Lulu bestätigen lassen, nur um dann von Sacha gesagt zu bekommen, dass es viel zu viel war und wie es denn richtig ginge. Sie war mir nicht böse, aber ich war verärgert über Lulu und dass sie nicht einsprang und sagte, dass sie es mir so gezeigt hat. Aber was soll ich da machen? Ich bin kein Mensch, der andere anschwärzt. Dass ich den Ponys am Anfang das falsche Futter gab nehme ich mal noch auf meine eigene Kappe, weil es wirklich sein kann, dass ich einfach nur die Tüten verwechselt habe. Immerhin stehen da 5 Säcke mit unterschiedlichem Futter nebeneinander und nochmal 3 in einer riesigen Kühltruhe, die allerdings nur zum Aufbewahren genutzt wird.

Der Abend heute war recht ruhig, nach dem halbwegs vernünftigen Abendbrot – auch wenn ich mich nicht wirklich damit anfreunden kann, dass hier abends so reichlich gegessen wird und ich mittags sehen muss, wie ich komme – bin ich nach dem Abwaschen recht zügig auf mein Zimmer gegangen und hab versucht rauszufinden, wann die Einschreibezeiten für GeS sind und was ich eigentlich belegen muss – ich weiß nicht, zum wievielten Mal. Jetzt ist auch Feierabend, denke ich^^ Ihr müsst euch unbedingt die Bilder von meinem süßen Lieblingshengst angucken, der übrigens noch keinen Namen besitzt.

Das hat jetzt wirklich 'ne Stunde gedauert, das alles zu schreiben, ich fasse es nicht...

17.9.12 00:19


15.09.2012

 20:50

Naja, den Morgenablauf kennt ja jeder inzwischen^^ Ponys füttern, Hengste füttern, Stuten und Fohlen füttern, dann die Reitpferde und Wallache holen gehen. Das war heute mal meine Aufgabe, auch mal nicht schlecht, auch wenn Fredie (der es heute wieder besser ging) auf dem Rückweg auf mich wartete. Anscheinend war man sich nicht sicher, ob ich die zwei Jungs auch alleine holen kann… Danach die Mädels putzen und heute ging es mal wieder auf einen Ausritt. Juhu^^ Diesmal sogar ein bisschen mehr als nur im sogenannten „Park“ (das sind 10 Minuten Fußweg von der Farm, also wirklich nicht weit). Ich weiß es nicht genau, aber ‘ne Stunde waren Lulu und ich bestimmt unterwegs. Leider sind wir dann an einer Pfütze auf dem Weg gescheitert und mussten um drehen. Aber immerhin hat die Sonne geschienen und es war angenehm warm. Danach haben wir, zur Überbrückung, die Hengste gestriegelt bis es Mittag gab. Ich durfte Sacha anschließend beim Training zweier junger Pferde helfen, die in der School longiert wurden – eine Araber- und eine Shagi-Araberstute (ja, das ist sehr wohl ein Unterschied :P). Nachdem ich mich ein bisschen behandelt fühlte, als wäre ich ein totaler Idiot und hätte keine Ahnung, tat das mal wirklich gut und war zudem sehr lehrreich. Die eine Stute war an der Longe und die andere ist ihr (meistens) einfach in der selben Gangart hinterhergelaufen. Ich hätte bisher nicht gedacht, dass das geht, obwohl es doch total logisch ist. In der Natur lernen sie ja auch voneinander. Als das abgeschlossen war sind wir mit ihnen noch ein bisschen gegangen und waren an einem „gruseligen“ Ort, also wo sie noch nicht waren und viel Zeug rechts und links des Weges stand. Für solche Aufgaben bin ich doch zu haben^^ Schließlich waren wir noch bei den Jährlingen, die geputzt wurden und von ein paar hat Michael die Hufe verschnitten. Die Aufgaben für den Rest des Tages waren wieder so ziemlich die selben, auch wenn ich mich diesmal nicht den Hauptstall misten musste :D Zum Abendbrot gab es Pommes, Pizza Margarita, Erbsen und garlic mushrooms (die ich absolut göttlich finde und von denen ich mir dringend das Rezept besorgen muss) und dazu Obstsalat, das war doch mal zur Abwechslung was feines. Dann habe ich mein neues Zimmer bezogen, dass mir ganz allein zur Verfügung steht und dass ich auch dementsprechend raumgreifend in Beschlag genommen habe – wenigstens konnten so endlich mal alle meine Sachen aus dem Koffer raus. In den Schrank hier wollte ich sie allerdings trotzdem nicht legen, nachdem ich darin ein Messer, Lampenreste und ähnliches gefunden habe. Also tummeln sie sich fröhlich gestapelt auf dem anderen Bett^^ Ich teile mir das Zimmer mit mindestens drei von diesen langeinigen Netzspinnen, die so wippen, wenn man sie anstupst (ja, alles ausprobiert^^) und ein paar kleinen "midgets" und wahrscheinlich noch mehr, von dem ich Nichts wissen will... Also definitiv kein Ort, an dem ich einen Familienurlaub machen würde, falls das denn überhaupt gänge.

Jeder Leser kann sich übrigens gerne mal bemerkbar machen, damit ich weiß, wer hier überhaupt mitliest und wem ich meine intimen Gedanken offenbare :P

Ich kann übrigens nicht glauben, wie viel ich hier schlafe. Ich gehe spätestens um 10 ins Bett und stehe halb 8 auf, das sind echt neun bis zehn Stunden Schlaf! Creepy... Und ein Nachteil daran, um 6 schon zu Abend zu essen, ist, dass ich jetzt schon wieder Hunger habe -.- Ich dachte eigentlich nicht, dass ich ein Vielesser bin, aber seitdem ich hier bin fühle ich mich total verfressen - schon allein deswegen, weil die anderen Weiber kaum was zu sich nehmen. Da kann man ja nur Komplexe kriegen... Dann jetzt aber schnell schlafen, damit der Hunger weggeht und ich ni vielleicht noch ein Gummitier oder Schokolade auf geputzte Zähne esse... Sonst muss ich erst wieder ne Etage runter und durch den kalten Flur zum Zähne putzen >.<

 

 

15.9.12 22:37


14.09.2012

20:26

 

Heute bin ich echt breit. Mit dem wenigen Essen und so viel Arbeit behalt ich wenigstens hoffentlich meine Figur^^ Der Tag war wieder ähnlich, nur dass ich nicht reiten war und vormittags war kaum etwas los, sodass der Vormittag echt entspannt war. Zum Mittag hab ich Rührei für alle gemacht (mal keine gebackenen Bohnen^^) und Lukas und ich haben extra noch Eier gesucht. Die waren dann sogar noch warm. Nachmittags war auch nicht viel los, ich und Lulu haben zwei Pferde geführt während Lukas und Sona auf ihnen geritten sind. Dann haben wir gemistet, das heißt ich hab den großen Stall alleine gemacht und danach die Hengste gefüttert während Sona und Lulu ausreiten waren, ohne mir etwas zu sagen -.- Sie hätten sich wenigstens abmelden können. Dann natürlich noch die Stuten füttern. Da gibt es ein kleines Hengstfohlen, das gefällt mir wirklich gut. Es ist fuchsfarben und ein bisschen verschüchtert, weil es vor kurzem verletzt war – es hatte einen Stock durch einen Huf und ist wohl seitdem etwas geknickt. Noch hat er keinen Namen und wenn ich 2500 £ hätte… Naja^^ Heut geh ich zeitig ins Bett, ich bin total alle. Es kommt mir vor, als wäre ich schon mindestens ne Woche, wenn nicht gar schon drei hier. Das ist irgendwie frustrierend... Ihr könnt euch ja die Bilder angucken

 

Musik zum Ausmisten:

 http://www.youtube.com/watch?v=kHW8PIBNSCI

http://www.youtube.com/watch?v=FlMBcTGJ4YM

 

14.9.12 21:42


13.09.2012

20:38 (inzwischen dürfte es jedem klar sein, dass ich Ortszeit meine^^)

 

Also hier läuft jeder Tag in etwa gleich ab. Nach dem Frühstück die Hengste füttern, dass rauf zu den Stuten und Fohlen, dann die Reitpferde für den Tag mitnehmen. Danach ging es heute in die School und Michael hat uns eine Reitstunde gegeben. Also hauptsächlich hat er unseren Sitz korrigiert, grundlegendes Wiederholt und wir haben bisschen Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht. Schön war, dass er auch fragte, was uns besser gefällt, wie es sich anfühlt, ob wir damit klarkommen etc. und er nicht einfach vorausgesetzt hat, dass wir gut finden, was er von uns verlangt. An sich eine Erfahrungsreiche, vor allem angenehm ruhige Stunde, ohne Ärger oder ähnliches. Danach bin ich mit Lulu noch eine kleine Runde über die Wiese geritten und das war es leider auch schon für heute. Das Wetter war einfach bombig und ich wäre gern noch weitergeritten und ein bisschen über diese herrlichen Wiesen hier galoppiert… Es war strahlender Sonnenschein und sogar relativ warm, sodass ich den Pulli ausziehen konnte. Mit Allergietablette ging es mir heute sogar den ganzen Tag recht gut. Nach dem Mittag (gebackenen Bohnen mit Toast^^) hab ich dann den ganzen Stall gemistet (d.h. 10 geräumige Boxen) und Stallgasse gefegt und so Zeug, dann haben wir noch aufgeräumt und dann Rinder getrieben :D Die sollten von Weide A nach Weide B und standen zu Anfang mit einer Herde Jungpferde zusammen. Das heißt, dass wir erst mal die Pferde separieren sollten (zu viert, Fredie lag krank im Bett) und die dann über eine riesige Wiese zum Tor und zur anderen Wiese bringen sollten. Das Trennen von den Pferden ging gut, bis die Rinder anfingen rumzurennen und plötzlich von hinten die ganze Pferdeherde angerannt kam. Didüm. Wir waren sowieso schon fertig vom Rennen und dann mussten wir auch noch die Pferde zurückbringen. Also der ganze Spaß von vorn. Das hat ganz schön gedauert, aber als die Rinder einmal durch das Tor waren sind sie relativ friedlich vor uns her in Richtung der neuen Koppel getrottet. Das hat irgendwie tierisch Spaß gemacht, aber immer muss ich das auch nicht haben^^ Dass ich nicht jeden Tag Beinmuskelkater habe wundert mich sowieso^^ Dann haben wir noch bissl aufgeräumt und natürlich nochmal die Hengste und die alten Stuten (die sind über 20) mit ihren Fohlen gefüttert und dann gab es schon Abendbrot. Diesmal Nudeln mit Bolognese, für die Vegetarier mit irgendeinem Getreidehack“fleisch“ . Also es ist schon sehr… interessant hier, was das Essen angeht. Danach habe ich noch über eine Stunde mit Lukas in der Küche gesessen und über Zocken, Computer- und Konsolenspiele, Schule, Chorerfahrungen und Mütter gequatscht und jetzt sitze ich hier. Lulu und Sona sind vorhin nochmal losgezogen, um irgendwo nebenan Äpfel zu klauen^^ Wahrscheinlich werde ich mich aber bald ins Bett verkrümeln, da ich nach dem Tag echt alle bin. Ich hab leider das Kabel vergessen, sonst hätte ich bei Fb ein paar Fotos hochgeladen. Mach ich morgen – hoffentlich^^

13.9.12 22:03


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